Trauerente (Melanitta nigra)
Steckbrief: Trauerente
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Größe: 44–54 cm
Flügelspannweite: 79–90 cm
Merkmale: Schlanke, kompakte Meerente mit relativ langem, leicht ansteigendem Kopfprofil; im Flug rasche Flügelschläge und niedriger, geradliniger Flug knapp über der Wasseroberfläche. Männchen im Prachtkleid einheitlich tiefschwarz mit leicht geschwollenem Schnabel, auf dessen Oberseite ein auffälliger gelblich- bis orangefarbener Fleck sitzt; Iris braun bis dunkel. Weibchen deutlich matter, dunkelbraun mit heller, kontrastierender Gesichts- und Wangenpartie sowie dunkler Kopfkappe; insgesamt kleiner wirkend und ohne ausgeprägte Schnabelwulst.
Männchen: Tiefschwarzes Gefieder, besonders zur Balzzeit glänzend, mit charakteristischem, seitlich oft keilförmig wirkendem gelblich-orangen Schnabelfleck und etwas kräftigerem Kopf; wirkt kompakter und dunkler als Weibchen.
Weibchen: Dunkel schokoladenbraun mit heller Gesichtsmaske und blasserer Unterseite, Schnabel grau-braun ohne auffällige bunte Zeichnung; Körperproportionen ähnlich, aber insgesamt unscheinbarer und „weibchenfarbig“.
Rufe: Männchen mit klagend-pfeifendem, gedehntem „piu“ oder „pi-ü“, besonders in Balztrupps zu hören; Weibchen äußern eher raue, heisere, tiefere Rufe. Insgesamt vergleichsweise stimmlos im Alltag und auf Distanz meist nur als leises Pfeifen aus Trupps wahrnehmbar.
Zug- oder Standvogel: Ausgesprochener Zugvogel und Meeresente; brütet in den nördlichen Breiten Europas und Asiens und verlässt die Brutgebiete im Herbst Richtung gemäßigter Küstengewässer. In Deutschland gilt die Trauerente als Zugvogel und Wintergast, der in großen Trupps vor allem auf Nord- und Ostsee rastet und überwintert; im Binnenland erscheint sie nur unregelmäßig und meist in kleinen Zahlen.
Lebensraum: Im Brutgebiet Seen, Teiche und langsam fließende Gewässer in der borealen Zone und Tundra, häufig mit Uferbewuchs, Moor- oder Waldnähe. Außerhalb der Brutzeit fast ausschließlich auf dem Meer: bevorzugt offene Küstengewässer bis etwa 20 m Tiefe mit reichen Beständen an Miesmuscheln und anderen Bodentieren; das flache innere Wattenmeer wird oft gemieden, stattdessen liegen die Trupps weit vor der Küste auf der offenen See.
Verbreitung: Brutvogel in Nordeuropa von Island und den nördlichen Britischen Inseln über Skandinavien und das nördliche Russland bis nach Westsibirien; kleinere Vorkommen auch in Nordamerika. Zum Winter ziehen Trauerenten in gemäßigte Meeresgebiete, unter anderem an die Westküste Norwegens, in Nord- und Ostsee sowie entlang der atlantischen Küsten bis nach Südspanien und Marokko, außerdem an ostasiatische Küsten bis Japan und China. In Deutschland treten sie vor allem als Mauser- und Wintergäste vor den Küsten von Nord- und Ostsee auf; in der Pommerschen Bucht und rund um Rügen rasten regelmäßig mehrere Zehntausend Vögel, ebenso im niedersächsischen Wattenmeer, wo im Winterhalbjahr Bestände von bis zu etwa 52.000 Individuen geschätzt werden. Im Binnenland ist die Art dagegen ein seltener und unregelmäßiger Durchzügler.
Gefährdung (Rote Liste Niedersachsen): Die Trauerente ist in Niedersachsen Wintergast im Bereich des Wattenmeers und des vorgelagerten Küstenmeeres