Saatgans (Anser fabalis)

Dunkelbraune Feldgans mit orangefarbenen Beinen und schwarzem Schnabel mit leuchtendem Orangeband, die im Herbst in lauten Trupps auf norddeutschen Feldern und Wiesen als Wintergast erscheint.

Saatgans (Anser fabalis) in Grünland

Steckbrief: Saatgans

Familie: Entenvögel (Anatidae)
Größe: etwa 68–88 cm Körperlänge
Flügelspannweite: etwa 140–174 cm

Die „Saatgans“ ist die Wald- bzw. Taiga-Saatgans (Anser fabalis) mit drei anerkannten Unterarten: Anser fabalis fabalis aus der skandinavischen und westsibirischen Taiga bis zum Ural, Anser fabalis johanseni in den Taiga- und Strauchtundragebieten östlich des Urals bis etwa zum Baikalsee und Anser fabalis middendorffii in den weiter östlich gelegenen Taigaregionen Sibiriens östlich des Baikalsees.

Merkmale: Mittelgroße bis große, überwiegend dunkel graubraune Gans mit braunem Kopf und Hals, dunkler Oberseite mit hell gesäumten Federn und hellerem, teils leicht geflecktem Unterkörper; auffällig sind die orangefarbenen Beine sowie der überwiegend schwarze Schnabel mit einem klar abgesetzten orangefarbenen Querband, das sie gut von der Graugans unterscheidet.
Männchen: Etwas größer und kräftiger gebaut als das Weibchen, Kopf und Hals oft minimal dunkler, ansonsten im Gefieder kaum vom Weibchen zu unterscheiden.
Weibchen: Etwas kleiner und leichter, mit sehr ähnlicher Färbung; Unterschiede zum Männchen meist nur in der zierlicheren Körperform erkennbar.
Rufe: Eher verhalten rufende Gans mit nasalen, trompetenden Lauten; im Flug und in erregten Situationen lautes, nasal gackerndes „ga-gi-gig-gar“, „gaga“ oder „agagag“, teils auch zweisilbige Rufe, die an „käjak“ erinnern.

Zug- oder Standvogel: Ausgesprochener Zugvogel und Kurz- bis Mittelstreckenzieher. Die Saatgans brütet in Nordeuropa und Nordwestrussland und erscheint in Mitteleuropa als reiner Rast- und Wintergast. In Deutschland ist sie vor allem von etwa Oktober bis März in Trupps auf Rast- und Nahrungsflächen zu beobachten; als Brutvogel tritt sie hier nicht auf.

Lebensraum: In den Brutgebieten nutzt die Saatgans vor allem die Taiga und Tundra mit Mooren, Sümpfen, Flachseen und Flussufern; sie brütet in der Nähe ruhiger Gewässer, in Feuchtgebieten oder auf leicht erhöhten Stellen in sumpfiger Umgebung. Im Winterquartier sucht sie bevorzugt offene Kulturlandschaften auf und äst auf abgeernteten Ackerflächen, Wintergetreide, Grünland und Überflutungsflächen, häufig in Flussniederungen und Küstenmarschen.

Verbreitung: Das Brutareal der Saatgans reicht von Mittelskandinavien über Finnland bis in die Taigazonen Russlands und in die Tundren Nordwestsibiriens. Die in Deutschland rastenden und überwinternden Vögel stammen überwiegend aus Brutgebieten Nordwestrusslands und des nördlichen Fennoskandiens.  In Deutschland konzentrieren sich die wichtigsten Rast- und Wintergebiete auf Nordostdeutschland (Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Elbtal), den Niederrhein sowie weitere große Niederungslandschaften und Stauseen; im Herbst und Winter sind Saatgänse auf Wiesen und Feldern der Norddeutschen Tiefebene in teils größeren Schwärmen zu beobachten. In Niedersachsen tritt die Art regelmäßig als Durchzügler und Wintergast auf, mit Schwerpunkten in der Elbniederung, der Elbmündung und im Rheiderland; daneben werden auch andere Küsten- und Flussniederungsgebiete genutzt, in denen sich größere Trupps aus Wald- und Tundrasaatgänsen mischen.

Gefährdung (Rote Liste Niedersachsen): Wintergast ohne etablierten Brutbestand, ist aber als besonders geschützte Vogelart nach Bundesnaturschutzgesetz ausgewiesen.

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