Ringdrossel (Turdus torquatus)
Die Ringdrossel ist eine dunkel gefärbte Gebirgsdrossel mit auffälligem hellem Brustband und in Mitteleuropa vor allem als Brutvogel montaner und alpiner Landschaften bekannt. Die Aufnahmen sind auf Helgoland im Frühling 2026 entstanden.
Steckbrief: Ringdrossel
Familie: Drosseln (Turdidae),
Gattung: Turdus
Größe: 24–27 cm
Flügelspannweite: 38–42 cm
Merkmale: Das Männchen im Brutkleid ist dunkel schwarzbraun bis fast schwarz mit markantem weißlichem bis cremefarbenem Brusthalbmond. Die Flanken und Bauchseiten zeigen je nach Unterart helle Säume oder Schuppung. Das Weibchen ist insgesamt brauner, der Brustring matter und meist schmaler. Im Schlichtkleid wirken beide Geschlechter etwas weniger kontrastreich, das Brustband bleibt aber gut erkennbar. Jungvögel sind brauner und stärker geschuppt. Die Rufe klingen hart und trocken, etwa „tack“ oder „tschack“. Der Gesang ist flötend, drosselartig und etwas wehmütig, aber rauer und kürzer als bei der Amsel.
Zug- oder Standvogel: Zugvogel. Die Ringdrossel zieht im Herbst aus den Brutgebieten in südlichere Winterquartiere, vor allem in den Mittelmeerraum und nach Nordafrika. Im Frühjahr kehrt sie in die Gebirge zurück. Während des Durchzugs erscheint sie auch abseits der Brutgebiete auf offenen Flächen, an Hängen, auf Wiesen und in Küsten- oder Heidelandschaften.
Lebensraum: Brütet vor allem in offenen bis halboffenen Berglandschaften mit lichten Nadelwäldern, Krummholz, Felsen, Geröllfeldern, alpinen Matten, Zwergstrauchheiden und Weideflächen. Wichtig sind strukturreiche Übergänge zwischen Deckung und offenen Nahrungshabitaten.
Verbreitung: Die Art ist in Gebirgen und nordwestlichen Regionen Europas verbreitet. Brutvorkommen liegen unter anderem in Skandinavien, auf den Britischen Inseln sowie in Mittel- und Südeuropas Gebirgen. In Deutschland ist sie vor allem Brutvogel der Alpen und lokal auch in höheren Mittelgebirgen, insgesamt jedoch selten und lückig verbreitet.
Gefährdung: Weltweit gilt die Ringdrossel derzeit als nicht gefährdet. Regional bestehen jedoch teils rückläufige Bestände, besonders durch Veränderungen traditioneller Bergweiden, Störungen im Brutgebiet und klimabedingte Verschiebungen geeigneter Lebensräume. In Deutschland wird sie als seltene und regional empfindliche Brutvogelart angesehen.