Küstenseeschwalbe (Sterna paradisaea)

Die Küstenseeschwalbe ist ein extremer Langstreckenzieher, der jedes Jahr von arktischen Brutgebieten bis in die antarktische Packeiszone pendelt.

Küstenseeschwalbe (Sterna paradisaea)

Steckbrief: Küstenseeschwalbe

Familie: Laridae (Möwen und Seeschwalben),
Gattung: Sterna
Größe: 33–39 cm
Flügelspannweite: 66–77 cm

Merkmale: Sehr schlanke, elegante Seeschwalbe mit hellgrauer Oberseite und weißlicher Unterseite, im Brutkleid mit charakteristischer tiefschwarzer Kopfkappe bis zum Schnabelansatz. Schnabel leuchtend rot ohne dunkle Spitze (wichtiger Unterschied zur Flussseeschwalbe), Beine ebenfalls rot, aber recht kurz. Schwanz stark gegabelt, die langen Steuerfedern ragen im Sitzen deutlich über die Flügelspitzen hinaus. Flügel lang und schmal, im Flug mit leicht gebogenen, sehr spitzen Handschwingen, die oft etwas durchscheinend wirken. Im Schlichtkleid wird die Stirn weiß, die schwarze Kappe zieht sich auf Hinterkopf und Nacken zurück; Schnabel und Beine können dunkler wirken. Jungvögel mit bräunlich geschupptem Oberseitenmuster und matteren Farben. Stimme hoch und durchdringend, häufig ein helles „ki-ki-ki“ oder lang gezogenes, leicht klagendes „kriiirr“, in Kolonien sehr ruffreudig und laut, bei Störung aggressive Sturzflüge mit schrillen Alarmrufen.

Zug- oder Standvogel: Ausgeprägter Langstreckenzieher. Die Küstenseeschwalbe gilt als Rekordhalterin unter den Zugvögeln: Nordeuropäische und arktische Populationen pendeln jährlich zwischen Brutgebieten in der Arktis und Überwinterungsgebieten im Bereich des antarktischen Packeises, mit Zugdistanzen von teils über 70.000 km pro Jahr. Vögel aus dem Wattenmeer legen im Jahresverlauf noch immer rund 30.000–40.000 km zurück. Ankunft an der deutschen Nordseeküste meist im April, Brutzeit von Mai bis Juli, Abzug bereits im Spätsommer; im Binnenland nur Durchzügler, Winterbeobachtungen im deutschen Raum sind Ausnahmefälle.

Lebensraum: Bodenbrüter in Kolonien, bevorzugt auf vegetationsarmen bis nur spärlich bewachsenen Inseln, Sand- und Kiesbänken, Dünenrändern und erhöhten Bereichen von Salzwiesen in unmittelbarer Nähe fischreicher Küstengewässer. Während Nahrungssuche über Küstengewässern, Ästuaren und im Wattenmeer, jagt im Rüttelflug und mit Stoßtauchgängen kleine Fische und Krebstiere.

Verbreitung: Circumpolare Art der nördlichen Hemisphäre mit Brutgebieten in arktischen und subarktischen Zonen. In Mitteleuropa Brutvogel vor allem an den Küsten des Nordatlantiks und der Nord- und Ostsee. In Deutschland konzentriert sich der Brutbestand auf wenige Kolonien im Wattenmeer, insbesondere in Schleswig-Holstein und an der niedersächsischen Küste.

Gefährdung: In Deutschland insgesamt stark gefährdet (Rote Liste Deutschland, Kategorie 2).

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