Flussseeschwalbe (Sterna hirundo)

Elegante, wendige Seeschwalbe der Küsten und Binnenseen, die im Rüttelflug über dem Wasser steht und mit Stoßtauchgängen kleine Fische erbeutet.

Steckbrief: Flussseeschwalbe

Familie: Laridae (Möwen und Seeschwalben),
Gattung: Sterna
Größe: 31–35 cm Körperlänge
Flügelspannweite: 70–80 cm

Merkmale: Im Brutkleid schlanke, weiß-graue Seeschwalbe mit hellgrauem Rücken, weißer Unterseite und tief gegabeltem, langen Schwanz. Kopf mit schwarzer Kappe bis zum Schnabelansatz, Schnabel überwiegend rot mit dunklem bis schwarzem Spitzenteil, Beine leuchtend rot. In der Luft sehr wendig mit schmalen, spitzen Flügeln und schnellen Flügelschlägen. Im Schlichtkleid ist die Stirn weiß, die schwarze Kopfkappe auf Hinterkopf und Nacken beschränkt; Schnabel und Beine wirken dunkler. Jungvögel sind oberseits bräunlich geschuppt und insgesamt matter gefärbt. Rufe überwiegend scharfe, durchdringende „kriäh“- und „ki-ik“-Laute, in Kolonien sehr laut und lebhaft, alarmierend auch raues, rollendes „krrri“.

Zug- oder Standvogel: Ausgeprägter Langstreckenzieher. Die in Mitteleuropa brütenden Flussseeschwalben überwintern vor allem an den Küsten West- und Südafrikas, teils bis ins südliche Afrika. Ankunft in Deutschland meist ab April, Brutzeit von Mai bis Juli, Abzug der Altvögel ab August, Jungvögel oft bis in den September hinein. Auf dem Zug regelmäßig an größeren Binnengewässern zu beobachten.

Lebensraum: Brütet an Küsten und im Binnenland auf vegetationsarmen bis spärlich bewachsenen Inseln, Sand- und Kiesbänken, Spülsäumen, Flachdächern und künstlichen Brutinseln in unmittelbarer Nähe fischreicher Gewässer. Nutzt Ästuare, Watten, Lagunen, Binnenseen, Stauseen, Baggerseen, breite Flüsse und Kanäle. Wichtig sind freie Anflugmöglichkeiten, übersichtliches Umfeld und möglichst störungsarme Koloniestandorte.

Verbreitung: Weit verbreitete Art der gemäßigten und subarktischen Zonen Europas, Asiens und Nordamerikas. In Deutschland Brutvogel vor allem an Nord- und Ostseeküste (Wattenmeer, Mündungsgebiete großer Flüsse) sowie an geeigneten Binnenseen, Stauseen und Kiesgruben im Inland. In Niedersachsen Vorkommen vor allem in Küsten- und Ästuarbereichen sowie an größeren Binnengewässern mit geeigneten Inseln und Flachuferzonen.

Gefährdung: Rückgänge durch Verlust und Verbauung natürlicher Sand- und Kiesbänke, Wasserstandsregulierung, Sukzession und Verbuschung von Brutplätzen, Störungen durch Freizeitnutzung (Badetourismus, Wassersport), Prädation (z. B. durch Füchse, große Möwen) sowie lokale Verschmutzung und Nahrungsverknappung. In Deutschland insgesamt als Gefährdet eingestuft (Rote Liste Deutschland, Kategorie 3). In Niedersachsen gilt die Flussseeschwalbe als Stark gefährdet (Rote Liste Niedersachsen, Kategorie 2); trotz Schutzmaßnahmen ist die Art weiterhin auf gezielte Pflege, Sicherung und Neuschaffung störungsarmer Brutplätze angewiesen.

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