Fichtenkreuzschabel (Loxia curvirostra)

Spezialisierter Fink mit überkreuztem Schnabel, perfekt angepasst an das Knacken von Fichtenzapfen und typischer Winterbrüter in Nadelwäldern.

Fichtenkreuzschabel  (Loxia curvirostra)

Steckbrief: Fichtenkreuzschabel

Familie: Finken (Fringillidae)
Größe: 15–17 cm
Flügelspannweite: 27–30 cm

Merkmale: Kräftiger, rund wirkender Kopf, gedrungener Körper und kurzer, deutlich gegabelter Schwanz. Auffällig ist der kräftige, gebogene Schnabel, dessen Spitzen sich überkreuzen und mit dem die Schuppen von Nadelbaumzapfen abgespreizt werden. Das Gefieder wirkt insgesamt relativ einheitlich gefärbt, Flügel und Schwanz sind dunkelbraun bis schwärzlich.
Männchen: Meist ziegelrot bis orange-rot gefärbt mit leuchtend rötlichem Bürzel, Unterseite ebenfalls rötlich, dazu dunkle Flügel und ein dunkler Schwanz. Je nach Nahrung können auch gelbliche oder orangefarbene Töne überwiegen.
Weibchen: Überwiegend olivgrün bis gelbgrün mit graubraunen Partien, insgesamt deutlich matter gefärbt als das Männchen; Unterseite gelblich gestrichelt. Jungvögel sind bräunlich-gelb längsgestreift und erinnern eher an das Weibchen.
Rufe: Typischer, harter, metallisch klingender Flugruf „gip-gip“ oder „klip“, oft in rascher Folge geäußert; daneben weichere „tjö“- oder „tjük“-Rufe. Der Gesang besteht aus einer Mischung aus Trillern, Zwitschern und scharrenden Lauten und erinnert entfernt an den Grünfink.

Zug- oder Standvogel: Überwiegend Stand- und Strichvogel mit teils ausgeprägten Invasionswanderungen. In guten Zapfenjahren bleibt er in seinen Brutgebieten, in Mangeljahren kann es zu weiträumigen Irruptionen und massenhaftem Auftreten in sonst wenig besiedelten Regionen kommen.

Lebensraum: Vor allem ausgedehnte Nadelwälder mit hohem Anteil an Fichte, aber auch Kiefern-, Tannen- und Lärchenbestände, bis hinauf zur Waldgrenze in den Mittelgebirgen und Alpen. Außerhalb der Brutzeit auch in Mischwäldern, größeren Parks und auf Friedhöfen mit Nadelbaumbestand zu beobachten. Starke Bindung an Gebiete mit reicher Zapfenproduktion, da Fichtensamen die Hauptnahrung bilden.

Verbreitung: Weit verbreitet in der borealen und gemäßigten Zone; von Westeuropa über Eurasien bis Ostasien, außerdem in Nord- und Teilen Mittelamerikas sowie regional in Nordafrika und auf einigen Mittelmeerinseln. In Deutschland unregelmäßig, aber vielerorts in Fichten- und Kiefernwäldern vertreten, insbesondere in größeren Nadelwaldkomplexen der Mittelgebirge und norddeutschen Forsten. Bestände schwanken stark in Abhängigkeit vom Samenangebot der Nadelbäume.

Gefährdung (Rote Liste Niedersachsen): In Niedersachsen als regelmäßiger Brutvogel geführt; bundesweit und in Niedersachsen derzeit nicht als stark gefährdet eingestuft, der Status unterliegt jedoch natürlichen Bestandsschwankungen durch das wechselnde Zapfenangebot.

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