Blässgans (Anser albifrons)
Die Blässgans (Anser albifrons), ist gut über die Blesse zu erkennen und an den schwarzen Fleckung an ihrer Unterseite.
In Deutschland findet sie sich ab Ende September in großer Zahl als Wintergast ein.
Steckbrief: Blässgans
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Größe: 62–78 cm Körperlänge
Flügelspannweite: 130–160 cm
Merkmale: Relativ schlanke Feldgans mit dunkel graubrauner Oberseite, hellerem Bauch und unregelmäßiger schwarzer Fleckung auf der Unterseite; auffällige weiße Stirnblesse über dem rosafarbenen Schnabel, Beine leuchtend orange.
Männchen: Etwas größer und kräftiger wirkend, mit ausgeprägter schwarzer Bauchfleckung, insgesamt aber nur gering vom Weibchen zu unterscheiden.
Weibchen: Etwas kleiner und schlanker, Bauchfleckung tendenziell etwas weniger stark ausgeprägt, Färbung insgesamt ähnlich wie beim Männchen.
Rufe: Hohe, kurz trillernde, zwei- bis dreisilbige Rufe „kjü-jü“ oder „kjü-lü“, im Flug laut, hell und etwas „lachend“ klingend, häufig in rufenden Trupps zu hören.
Zug- oder Standvogel: Ausgesprochener Zugvogel. Die Art brütet in der arktischen Tundra Eurasiens und Nordamerikas, überwintert in großen Schwärmen in Westeuropa, unter anderem in Deutschland. In Deutschland ist sie überwiegend Wintergast und Durchzügler; Bruten sind selten und meist auf verwilderte Parkvögel zurückzuführen.
Lebensraum: In den Brutgebieten offene arktische Tundra mit flachen Gewässern und Flussufern. Im Winterhalbjahr nutzt die Blässgans vor allem küstennahe Marschen, Überflutungsflächen, Feuchtgrünland, Wiesen und Ackerflächen, gerne in Flussniederungen und an großen Gewässern; sie äst hauptsächlich auf kurzrasigen Flächen, Wintersaaten und Stoppelfeldern.
Verbreitung: Weltweit brütet die Blässgans zirkumpolar in der arktischen Tundra von Nordrussland über Sibirien bis nach Alaska und ins arktische Kanada sowie auf Grönland. In Europa überwintert sie vor allem in Großbritannien, den Niederlanden, Deutschland, Dänemark und Polen. In Deutschland konzentrieren sich die Rast- und Überwinterungsgebiete auf die Norddeutsche Tiefebene, insbesondere die Nordseeküste, die großen Flussniederungen (z. B. Niederrhein, Unterelbe, Weserraum) sowie einige Binnenseen mit umgebenden Äckern und Wiesen. In Niedersachsen ist die Blässgans ein bedeutender Zug- und Wintergast, mit hohen Beständen vor allem in den küstennahen Marschgebieten, Ästuaren und großen Niederungslandschaften.
Gefährdung (Rote Liste Niedersachsen): In Niedersachsen tritt die Art fast ausschließlich als Rast- und Wintergast auf und wird nicht als einheimischer Brutvogel in einer eigenen Gefährdungskategorie bewertet; sie gilt dort nach aktuellem Stand als ungefährdet, steht jedoch wie alle europäischen Gänsearten unter besonderem Schutz nach Bundesnaturschutzgesetz.