Beutelmeise (Remiz pendulinus)

Die Beutelmeise ist ein kleiner Singvogel der in Flussniederungs- und Ufer­landschaften vorkommt. Der besonders durch sein kunstvoll geflochtenes, beutelförmiges Nest an Zweigen über Wasser auffällt.

Beutelmeise (Remiz pendulinus)

Steckbrief: Beutelmeise

Familie: Beutelmeisen (Remizidae),
Gattung: Beutelmeisen (Remiz)
Größe: 10–12 cm
Flügelspannweite: 16–18 cm

Merkmale: Die Beutelmeise besitzt einen hellgrauen Kopf mit auffälliger schwarzer Gesichtsmaske, rostbraunen Rückenpartien und heller Unterseite. Im Brutkleid ist die Maske besonders kontrastreich, beim Weibchen meist etwas schwächer ausgeprägt. Im Schlichtkleid wirken die Farben insgesamt matter. Der Ruf ist fein, hoch und etwas gezogen, oft als dünnes „tsiiüh“ oder „siüh“ wahrnehmbar.

Zug- oder Standvogel: In Deutschland ist die Beutelmeise überwiegend Kurz- bis Mittelstreckenzieher. Viele Vögel ziehen im Herbst in südwestliche bis südliche Überwinterungsgebiete, einzelne können in milden Regionen auch länger verweilen.

Lebensraum: Sie lebt bevorzugt in Feuchtgebieten mit Röhrichten, Weidengebüschen, Erlen, Pappeln und anderen Gehölzen in Gewässernähe. Besonders typisch sind Auenlandschaften, Altarme, Seeufer, Teiche, Flussniederungen und strukturreiche Schilfbereiche mit überhängenden Zweigen.

Verbreitung: Die Beutelmeise kommt in Deutschland zerstreut vor, mit Schwerpunkten in geeigneten Feuchtgebieten des Nordens, Ostens und entlang großer Flussniederungen. Ihr Auftreten kann regional stark schwanken, da die Art flexibel auf Wasserstände, Vegetationsstruktur und Nahrungsangebot reagiert.

Gefährdung: In Deutschland gilt die Beutelmeise als gefährdet beziehungsweise regional stark rückläufig; in Niedersachsen wird sie auf der Roten Liste als gefährdet geführt.

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