Alpenstrandläufer (Calidris alpina)

Der Alpenstrandläufer (Calidris alpina) ist ein kleiner Watvogel, der vor allem während des Durchzugs an Küsten und Feuchtgebieten zu beobachten ist. Läuft gerne am Spülsäum entlang.

Alpenstrandläufer (Calidris alpina) im Prachtkleid am Strand

Steckbrief: Alpenstrandläufer

Familie: Schnepfenvögel (Scolopacidae),
Gattung: Strandläufer (Calidris)
Größe: 17–21 cm
Flügelspannweite: 32–36 cm

Merkmale: Der Alpenstrandläufer ist so groß wie ein Star, mit relativ kurzem Hals, langem, leicht nach unten gebogenem, schwarzem Schnabel und dunklen Beinen. Im Brutkleid zeigt er einen rostbraunen Kopf und Rücken mit dunklen Flecken sowie einen auffälligen, fast durchgehenden schwarzen Bauchfleck auf weißem Untergrund. Im Schlichtkleid (Herbst/Winter) ist die Oberseite graubraun, die Unterseite überwiegend weiß mit nur feiner Strichelung an Brust und Flanken; der Bauchfleck fehlt dann. Jungvögel wirken oben kräftig braun mit hellen Säumen und feiner Zeichnung. Häufig in dichten Trupps, trippelnd und stochernd an Schlick- und Schlammufern unterwegs.

Zug- oder Standvogel: Zugvogel (Kurz- bis Mittelstreckenzieher). Brütet vor allem in der arktischen und subarktischen Tundra (u. a. Island, Grönland, Skandinavien, Nordrussland). Die Vögel Mitteleuropas überwintern überwiegend an den Küsten der Nordsee, im Mittelmeerraum und an den Küsten Westafrikas; kleinere Anteile ziehen weiter nach Vorderasien. In Deutschland ist der Alpenstrandläufer vor allem Durchzügler und Wintergast, mit Schwerpunkt im Wattenmeer, und nur noch in sehr kleinen Restbeständen Brutvogel an Nord- und Ostseeküsten bzw. in hochgelegenen Mooren.

Lebensraum: Im Brutgebiet feuchte bis nasse Tundra, Moore und niedrige Zwergstrauchheiden mit Pfützen, Moorseen und schlammigen Ufern. Während Zug und Überwinterung vor allem flache Küstenbereiche: Wattflächen, Schlick- und Sandbänke, Salzwiesen, Lagunen, Flussmündungen und seichte Ufer größerer Binnengewässer mit frei liegenden Schlammflächen. Nahrungsuche auf feuchtem Schlick und in Flachwasser, wo Würmer, Insektenlarven, kleine Muscheln, Schnecken und Krebse aufgenommen werden.

Verbreitung: Zirkumpolar verbreitete Art der nördlichen Breiten: Brutvogel von Island und Grönland über Skandinavien und Nordrussland bis nach Alaska und Nordkanada. Die Winterquartiere liegen an den Küsten Europas, Afrikas und Asiens, teils bis Westafrika und in den Mittelmeerraum reichend. In Mitteleuropa vor allem an Nord- und Ostseeküste zu beobachten, im Binnenland eher selten und meist nur an größeren Stauseen, Flussniederungen oder Schlammflächen während des Durchzugs.

Gefährdung: Als Brutvogel in Deutschland stark zurückgegangen und in der aktuellen Roten Liste der Brutvögel Deutschlands als „vom Aussterben bedroht“ (Kategorie 1) eingestuft.

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