Westliche Geisterlibelle (Boyeria irene)
Eine seltene Großlibelle des Mittelmeerraums, seit einigen Jahren auch punktuell in Norddeutschland nachgewiesen, meist dämmerungs- und nachtaktiv.
Steckbrief: Westliche Geisterlibelle
Familie: Edellibellen (Aeshnidae)
Größe: Körperlänge ca. 63‑71 mm
Flügelspannweite: ca. 80‑93 mm
Merkmale:
Färbung dunkelbraun‑grau bis sandfarben mit hellgrauen Mosaikflecken; Augen hellgrau bis grüngrau; Thorax mit blass‑gelben Antehumeralstreifen. Bei manchen Individuen sind die Flügelenden leicht rauchig getönt. Der Hinterleib (Abdomen) ist zwischen Segment 2 und 3 stark tailliert.
Männchen: Bei alten Männchen dunkle Flügelspitzen; Körperfärbung kräftiger kontrastiert; häufig jagend über dem Wasser und entlang der Ufer; Augen und Zeichnung deutlicher
Weibchen: Zeichnung weniger kontrastreich; eher zurückhaltenderes Verhalten; auch Weibchen mit “langen Anhängen” oder “kurzen Anhängen” beobachtet bei frischen Individuen; Eiablage in Wurzelhöhlen oder unterspülten Bereichen am Ufer.
Flugzeit:
Juli bis September, der Höhepunkt etwa im August; Männchen erscheinen meist ab etwa 10‑11 Uhr an Gewässern und sind bis in die Abenddämmerung aktiv.
Lebensraum:
Bevorzugt saubere, naturnahe Fließgewässer mit überhängenden Uferstrukturen, Wurzelhöhlen oder unterspülten Böschungen; gern halbschattige Uferbereiche.
Verbreitung:
Mediterrane Regionen: Iberische Halbinsel, Süd‑ und Mittelfrankreich, Italien, Nordafrika. Im Norden reicht das Verbreitungsgebiet bis Schweiz und Bodensee. In Deutschland sehr wenige Vorkommen: seit 2008 in Niedersachsen (Heidefluss Örtze), sowie rund um den Bodensee.
Gefährdung (Rote Liste Niedersachsen / Deutschland):
Extrem selten (Deutschland); mit punktuellen, isolierten Vorkommen. In der Schweiz: stark gefährdet.