Donnerstag, 20. Juli
Das Zusammenpacken zieht sich lange hin; die Zelte sind noch zu nass zum Einpacken. Erst gegen Mittag erreichen wir die Kuriksarka-Felsen, von wo aus der Abstieg beginnt. Wir hätten noch Zeit für eine kleine Wanderung durch die Tundra, aber Wasja ist unsicher, ob das Wetter hält. So suchen wir in unterhalb der Felsen im Taigagestrüpp nach der Erddrossel, die Wasja hier vor zwei Wochen noch beobachtet hat. Vergebens!Für Sterz’ und Bri’s Knie ist der Abstieg eine noch größere Herausforderung als der Aufstieg, aber sie halten, wenn auch etwas lädiert.
Unser letzter Abend in der Taiga. Die verbliebenen kümmerlichen Reste an Wodkageist werden vorsichtig dosiert dem Wasser beigemischt. Anton und Hannes wechseln sich an der Gitarre ab, Wasja und Anton singen ergreifende russische Lieder; Bri gibt auch einige zum Besten, ansonsten können wir nur mit einem internationalen Repertoire aufwarten.
Aber als wir uns zur Darbietung des Hamburger Ohrwurms „ An de Eck steiht’n Jung mit’n Tüdelband…“ versteigen, müssen Moritz und Sterz das Plattdeutsche für Wasja ins Lateinische übersetzen: „Puer ad triangulum stat cum cordula irritata“. Die Session am Lagerfeuer mitten in der Taiga hat etwas Absurdes!
