Freitag, 14. Juli
Morgens machen Moritz, Sterz und Bri eine lange Frühwanderung durch den Wald. Bis auf das Mückengesurre ist der Wald recht ruhig, wir sichten wenige und wenig neue Vögel. Haben wir Yugokamsk schon abgegrast? Auf dem Weg entdecken wir Fährten von Wolf (?) und Hirsch im Sand. Hier hat ein Kampf stattgefunden, die Spur des Opfers endet plötzlich in einer Schleifspur! Ganz zum Schluss ist ein Abstecher in einen Waldpfad von Erfolg gekrönt: wir stöbern zwei Auerhennen auf.
Über Mittag wird es wieder so heiß (über 30°), dass die Vögel, die Moskitos und wir die Aktivitäten einstellen und in Flussnähe herumfaulenzen. Mikhail angelt unser Mittagessen (wieder Fischsuppe). Ein kleiner Einkauf wird wegen Biermangels nötig.
Hannes und Moritz gehen noch mal mit Mikhail angeln, ihren Fang (Flussbarsche und Hecht) verschenken wir an Nachbarn. Inzwischen hat sich in der Siedlung herumgesprochen, dass wir komischen Vögel aus Deutschland inzwischen zehn Mal mehr Vögel aufgestöbert haben, als Mikhail und seine
Nachbarn überhaupt kennen. Und überhaupt will man uns kennen lernen. Also versammeln sich alle am Grillplatz. Jeder bringt etwas zu essen mit, tolle Leckereien, Salate, Fisch, Nüsse, …und natürlich Wodka. Unser Beitrag besteht vor allem in der musikalischen Unterhaltung, die (abgesehen von Mikhails Einsatz) hilft, die Sprachbarrieren zu überwinden (Wodka hat Birgits Russisch leider an diesem Abend nicht beflügelt).
Es wird spät; die Sonne geht erst kurz vor Mitternacht unter; die Moskitos kommen in der Dämmerung zurück und die fröhliche deutsch-russische Gesellschaft löst sich auf. Nach 15 Stunden in der prallen Sonne ist es in der Hütte immer noch zu heiß zum Schlafen, wir versuchen es trotzdem, denn wir müssen sehr früh aufbrechen.
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