Autor: Uwe P. Streese-Browa
Sa., 24.3.
Frühstück gibt es erst um 7 Uhr. Wir besetzen beim ersten Licht unseren Beobachtungsbalkon, zählen 40 Kormorane, 30 Heringsmöwen und130 Lachseeschwalben, die in Trupps nach Norden fliegen. Auf den Klippen finden sich 13 Nachtreiher ein, die den Tag offenbar im Ufergebüsch der Bucht am Hotel verbringen wollen. Graufischer, Milane, ein Schmutzgeier und ein Fischadler lassen sich blicken. Steinschwalben und Saharasteinschmätzer brüten am Gebäude. Im Gebüsch singen Sumpf- und Teichrohrsänger, rufen Blassspötter, Klapper- und Samtkopfgrasmücken.
Nach dem Frühstück starten wir erneut zur Large Bay. Diesmal nehmen wir den Weg durch die Felder auf der Nordwestseite des Kanals. Hier notieren wir Balkansteinschmätzer, Rotkopf- und Maskenwürger. Über den Sumpfwiesen am Ende der Bucht jagt eine Steppenweihe, leicht zu bestimmen: ein Männchen. Von den 900 Flamingos sind heute nur noch 4 da. Die Zahl der Rosapelikane ist auf drei geschrumpft. Die Schwarzen Milane und die Nilgänse sind so häufig wie gestern. Dazu gekommen sind 20 Löffler und 90 Zwergstrandläufer.
Unser nächster Beobachtungsplatz sind die Teiche im Südwesten der Siedlung. Sowohl der Fischteich, als auch die von Schilf umrandeten anderen Wasserbecken sehen viel versprechend aus, aber unsere Ausbeute ist dürftig: Einzig erwähnenswert, ein Blaukehlchen.
Heute ist das Klima ziemlich unerträglich. Abu Simbel ist in Dunst gehüllt, wir wissen nicht, ist das Nebel oder Wüstenstaub? Es ist heiß und windig. Wir ziehen es vor, den Nachmittag am Hotel zu verbringen, da gibt es doch ein bisschen Schatten.
Ü: Abu Simbel, Nefertari Hotel
